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Windows - eine Betrachtung (Entw. 1985 bis 2001)

Windows - eine Betrachtung (Entw. 1985 bis 2001) basiert auf dem EDV-Info-Artikel "Windows - eine Betrachtung (Entw. 1985 bis heute) (v2)" aus dem Jahr 2001.

Windows - eine Betrachtung (Entw. 1985 bis heute [2001])

Dieser Artikel stellt eine Betrachtung der Windows-Entwicklung von den Anfaengen bis heute dar. Hierbei wird sowohl vom DOS-Ursprung als auch der NT-Linie, entwickelt von DEC-Technikern, berichtet.


Windows - eine Betrachtung (Entwicklung von 1985 bis heute)

Sechzehn Jahre alt ist nun der Name Windows fuer die graphische Oberflaeche, die viele heutige PCs (verun)ziert. Allerdings erst seit rund zehn Jahren hat der Hersteller Microsoft auch nennenswerten Erfolg damit.

Microsofts Karriere begann mit dem gluecklichen Einkauf von QDOS - dem "Quick and Dirty Operating System", welches unter dem Namen MS-DOS (Microsoft Disk Operating System) auf den PCs von IBM eingesetzt wurde, welche Anfang der 1980er Jahre auf den Markt kamen.

Graphische Oberflaechen zur Bedienung von PCs wurden bereits in den 1970er Jahren erforscht - natuerlich nicht von Microsoft, sondern von namhaften Firmen.

Anno 1985 nun wollte auch Microsoft ein graphische Oberflaeche fuer die zeichenorientierten DOS-Maschinen anbieten. Doch Windows 1.0 fand keinen Anklang beim Publikum, ebenso wenig wie Windows 2.0. Erst mit Windows 3.0, welches 1990 erschien, konnte Microsoft Erfolg verbuchen. Windows ist hierbei keine eigenstaendige Betriebssystemsoftware, sondern setzt auf dem auf dem PC installierten DOS auf.

1992 kam Windows 3.1, ein weiterentwickeltes Windows 3.0. Es kam etwa auf DOS 5.0 zum Einsatz. Zu Anfang der 1990er Jahre gab es verschiedene DOS-Versionen von verschiedenen Herstellern, etwa Digital Research DOS. Microsoft kam damals ins Gerede, da Windows 3.x den Dienst auf nicht MS-DOS-Versionen mit Fehlermeldungen garnierte, um so den Erfolg der MS-eigenen Produkte zu gewaehrleisten und Mitbewerber zu torpedieren.

Mit Windows for Workgroups kam ein Windows mit Peer-To-Peer-Netzwerkfaehigkeiten auf den Markt. Wiewohl es von Windows 3.1 und 3.11 die einzelnen und die WfW-Versionen gab, sind gerade in Deutschland im wesentlichen Windows 3.1 und dann Windows for Workgroups 3.11 verbreitet gewesen.

Das DOS/Windows-Gespann krankte an der Konzeption "single user - single task" - das System war fuer einen Benutzer mit einer Aufgabe entwickelt worden. Keinesfalls war ein Konzept fuer Multitasking vorgesehen. Windows 3.x arbeitet mit kooperativem Multitasking, einem Verfahren, wo die einzelne Applikation das Ruder wieder freiwillig ab- und Ressourcen freigeben muss. Geschieht dies nicht, steht das gesamte System. Deshalb kann eine einzelne Applikation das komplette Windows zum Absturz bringen - das Betriebssystem hat keine Eingreifmoeglichkeiten. Professionelle Betriebssysteme arbeiten mit preemptiven Multitasking, das System kann den Applikationen Zeit zuordnen. Niemals uebernimmt eine Applikation die Fuehrung.

Microsoft hatte den Ehrgeiz, erweiterte bzw. professionelle Systeme auf dem Markt anzubieten. Nur das Know-How fehlte. Mit dem Erfolg von Windows 3.x hatte Microsoft offenbar genug finanzielle Kraefte, um eine Entwicklungsmannschaft der Firma Digital Equipment Corporation (DEC) zu uebernehmen, die ein rundum neues Betriebssystem kreieren sollte.

Dieses Betriebssystem sollte professionellen Anspruechen genuegen und sich an etablierte Standards der EDV-Industrie halten. Ueberdies sollte das neue System auch auf anderen Hardwareplattformen als der x86-Architektur - wo DOS/Windows lief - zum Einsatz kommen koennen.

Da damals Windows 3.1 erfolgreich war, der Name "Windows" etabliert, nannte Microsoft das neue System Windows New Technology - ein Windows mit neuer Technik. Obwohl es voellig neu entwickelt worden war, nutzte Windows NT (die Kurzform fuer New Technology) dieselbe Oberflaeche wie das auf DOS aufsetzende Windows. Teilweise konnten sogar Applikationen fuer Windows 3.1 auf dem neuen Windows NT laufen. Treiber allerdings benoetigte das neue System eigene - schliesslich basierte es nicht auf DOS, sondern auf einer voellig neuen Entwicklung. Um die Verwirrung komplett zu machen, hiess die erste Version des New Technology-Systems Windows NT 3.1.

Nun hatte Microsoft zwei Produktlinien unter aehnlichem Namen. Microsoft wollte damals mit NT allmaehlich die DOS-basierte Linie abloesen - welches allerdings trotz aller Ankuendigungen und Versprechen bis heute (Juli 2001) noch nicht gelang.

Microsoft entwickelte beide Linien getrennt weiter. MS-DOS 6.22 und Windows for Workgroups 3.11 waren bis 1995 und darueberhinaus eine weit verbreitete Kombination des DOS/Windows-Gespanns - immer noch als separate Produkte zu kaufen und zu installieren. So konnte etwa die graphische Oberflaeche Windows 3.1 problemlos auf DOS 5.0, 6.0 oder 6.22 laufen. Hier zeigt sich deutlich die Trennung vom Betriebssystem DOS und dem graphischen Aufsatz Windows.

Windows NT 3.1 folgten die Versionen 3.5 und 3.51 - beide mit der graphischen Oberflaeche, die von Windows 3.1x bekannt war.

Intern entwickelte Microsoft an einer ueberarbeiteten, verbesserten graphischen Oberflaeche (GUI) und als Nachfolger von DOS/Windows 3.1 war ein Windows 4.0 im Gespraech.

1995 erschien nun nach vielen Verzoegerungen ein auf DOS aufsetzendes Windows 4.0 - allerdings unter dem Namen Windows 95. Obwohl Microsoft dies zunaechst nicht zugab und das System sich alle Muehe gab, seine Wurzeln zu verstecken, basiert(e) auch Windows 95 (alias 4.0) auf DOS - naemlich auf DOS Version 7.0.

Auch eine NT-Version mit der "Chicago" genannten Oberflaeche erschien: Windows NT 4.0. Allerdings kann NT 4.0 nur ein DOS 5.5 emulieren, trotz der gleichen Oberflaeche ist NT ein neues System, welches nichts mit dem 16/32-Bit-Mischmasch der DOS-basierten Linie gemein hat.

Nachdem Microsoft nun das Marketing mit der Bezeichnung "Windows 95" angekurbelt hatte, folgten demzufolge weitere Versionen von Windows unter dem Namen "Windows 95", ohne dass dies vom Anwender leicht zu erkennen war. Schlimmer noch, die neuen Versionen erschienen nur als OEM-Service Release, waren also nur mit neuer PC-Hardware zu erwerben. So kamen nach Windows 95 auch Versionen namens 95a - bzw. eines 95 mit Patch -, zwei Versionen von 95b (ein OSR 2.0 und ein OSR 2.1 mit USB-Unterstuetzung) und schliesslich 95c (OSR 2.5). Auch die Neuerung FAT16 auf FAT32 wurde dem Anwender als willkommenen, aber ahnungslosen, Tester untergeschoben. Mit DOS-Version 7.1 wurde das File-System aufgebohrt.

Fuer Windows NT 4.0 folgte ein Service-Pack nach dem naechsten.

Das normale DOS/Windows 4.0 wurde durch Windows 4.1 abgeloest, natuerlich mit einem Marketingnamen "Windows 98", da es 1998 erschien (oder erscheinen sollte). Auch dieses Windows basierte auf DOS-Version 7.1 und wurde noch einmal nachgebessert, diesmal etwas offizieller und auch fuer den Anwender kaufbar: Windows 98 Second Edition - die zweite Ausgabe.

An einer neuen Generation des NT-Systems wurde auch gearbeitet: Windows NT 5.0. Als es schliesslich soweit war, wurde auch hier der Name geaendert: Windows NT 5.0 erschien unter dem Namen "Windows 2000" - zu schlecht war offenbar der Ruf des NT 4.0 inzwischen, als das professionelle Nutzer ein weiteres Update einfach so hingenommen haetten. Zudem suggeriert der Name "2000" den Nachfolger von "98", obwohl dies schlicht und einfach nicht zutreffend ist. Aber Microsoft moechte ja immer noch die beiden Linien verschmelzen.

Aber auch die DOS-basierte Windows-Linie bekam spaeter im Jahre 2000 noch einen Nachfolger: Windows Millenium Edition, kurz Windows ME oder auch englisch Windows Me. Noch mehr auf den Consumermarkt gerichtet, soll es offenbar die Nutzer Richtung Windows 2000 treiben, mindestens aber die beruflichen Nutzer, denn Microsoft will den Support fuer Windows ME in Firmen einstellen. Die technische Kastration um Netzwerkanbindung hat sich Microsoft dann in Windows ME doch nicht zugetraut.

Mit Windows ME wurde wieder am drunterliegenden DOS geaendert, welches ja seit Windows 4.0 (95) nicht mehr separat erhaeltlich ist. Nach Presseberichten handelt es nun um Version 8.0 des rund zwanzig Jahre alten DOS, die unter Windows ME werkelt. Windows ME meldet sich uebrigens intern mit Version 4.9...

Fuer Windows 2000 (NT 5.0) sind inzwischen die ersten Service-Packs erhaeltlich.

Die Verschmelzung der beiden Linien von Windows - bzw. der zwei unterschiedlichen Betriebssysteme mit aehnlichem oder inzwischen gleichem Namen - laesst weiter auf sich warten, obwohl schon rund ein halbes Jahrzehnt von Microsoft angekuendigt.

Microsoft moechte dies erreichen - im Oktober 2001. Zu diesem Zeitpunkt soll Windows XP erscheinen. Technisch wohl eher NT6 deutet der neue Name auf "Experience" hin, Erfahrung. Wie auch bei Office XP (Office 10 bzw. 2002) koennten Spoetter dies zu X Problemen umdeuten...

Windows XP soll in einer Home Edition und in einer Professional Edition erscheinen, als Nachfolger von Windows ME und Windows 2000 Professional. Servervarianten sollen erst im Jahre 2002 erscheinen, allerdings nicht unter dem Namen Windows XP, sondern unter Windows 2002.

Windows XP ist (wie das XP-Office) durch zweifelhafte Produktregistrierungen (per Zwang) schon vor dem Produktstart ins Gerede geraten. Ohne diese zwangsweise Registrierung via Internet oder Telefon direkt bei Microsoft laufen die neuesten Softwareprodukte aus Redmond nicht lange.

Aber schauen wir mal, was die Zukunft bringen wird...

Nils F. Lohse, (C) 2000, 2001, Di. 31.07.2001 09:56, aktualisiert Di. 08.08.2017 12:13

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